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Antje Eilers - Hemmoor - Künstlerin




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24. August 2018






Lebensqualität

Lebensqualität bei der Diagnose Krebs. Was soll man sich darunter vorstellen? Ich weiß noch, dass mir der Radiologe bei dem ich den Bestrahlungsvertrag unterzeichnet hatte, versicherte, dass ich trotz dieser Therapie (in Verbindung mit der Chemo) noch Lebensqualität haben würde.
Die häufigsten Nebenwirkungen mit denen ich bei der Strahlentherapie zu rechnen hatte, schrieb er ebenfalls in den Vertrag : Haarausfall, Müdigkeit, Übelkeit, Sehstörungen, Schwindel. Seltene Folgen wurden auch mit eingetragen, wie : Blutung, Schlaganfall, Lähmung, Koma. Dann noch die Nebenwirkungen der Chemotherapie obendrauf! Ich glaube hierzu muss ich nichts mehr schreiben, dass ist selbsterklärend.

Das Wort Lebensqualität ist etwas sehr Individuelles. Jeder Mensch hat hier andere Vorstellungen. Frei sein und mit Freude sein Leben führen, in einer schönen Umgebung und mit den Menschen und Tieren, die man liebt. Am besten noch selbstbestimmt und uneingeschränkt. Mir persönlich lag zusätzlich noch meine kreative Schaffenskraft sehr am Herzen.

Wunschvorstellung ? Oder Realität ?

Wenn wir unsere Ängste bearbeiten, bekommen wir ein riesiges Stück Realität geschenkt. Doch wir müssen etwas dafür tun - "Keine Arbeit = Kein Lohn"! Ich hatte das Glück, dass nach der OP noch die selbe gedankliche Klarheit in meinem Kopf vorhanden war, die ich vorher hatte. Mit den Nebenwirkungen von Chemo- und Bestrahlung musste ich auch nicht kämpfen.

Wie mit den Ängsten, so ist es mit der Lebensqualität, wir haben im Grunde soviel Lebensqualität, die wir uns gar nicht bewusst machen. Oder wir nutzen und leben diese mögliche Lebensqualität einfach nicht, weil uns andere Dinge wichtiger sind. Mir wurde während meiner Heilarbeit immer wieder vermittelt, dass es ein anderes Wort für "Krankheit"
gibt (deswegen hier auch immer in Anführungsstrichen:)  .... und zwar heißt dieses Wort : HEILUNG. Wenn man sich jetzt bewusst macht, dass man nicht "krank" ist, sondern dass man heilt, schwingt hier schonmal eine ganz andere Energie mit. Eine positive, anstatt einer negativen Energie :). Man muss tagtäglich hart trainieren, um die eigene festgefahrene Meinung über die Negativität dieser "Krankheit" gedanklich umzupolen. Üben, üben, üben. Genau für dieses gedankliche Training hat man Zeit, wenn man "krank" ist. Man ist durch den Krebs und vor allem durch die schulmedizinische Behandlung meist so sehr geschwächt, dass man der Meinung ist, gar nichts mehr zu können. Durch diese innere Einstellung geht Schritt für Schritt noch mehr Kraft verloren und die negative Gedankenkraft gewinnt hier Land. Es kann soweit gehen, dass man überhaupt keinen Sinn mehr sieht .... weil z.B. (wie bei meiner Diagnose) die vorausgesagte Lebenszeit nur noch sehr kurz ist. Keine Zukunft = Kein Sinn!

Sehr viele Dinge erkennt man erst, wenn  sie vorbei sind, bzw. man sie selbst erfahren hat. So ist es auch mit  "dem Sinn des Ganzen". Die Zeiten in denen es einem sehr schlecht geht, seelisch wie körperlich, sind die Zeiten, die einem auf jeden Fall in Erinnerung bleiben. Ich denke, dass ist unter anderem ein Sinn dafür, dass man z.B. so wenig Lebensqualität in diesen "Krankheits-" bzw. Heilungsphasen hat. Es geht darum, zurück zu seinem seelischen  Ursprung/Wurzeln zu gelangen. Zu erkennen, was ist wirklich wichtig in meinem Leben, was brauche ich wirklich, was tut mir wirklich gut.


Wer satt ist,
wird nie einen Hungernden verstehen.


Aus Russland


Positives Denken kann man unter anderem durch Dankbarkeit lernen. Zum Beispiel das zu sehen, was man hat und nicht das in den Vordergrund zu holen, was einem evtl. genommen wurde. Ich habe schon als Kind die Menschen bewundert, die durch ihre Zufriedenheit und Dankbarkeit eine so unglaublich schöne Ausstrahlung hatten - obwohl sie von "Krankheit" geplagt waren.

Im Jahr 2001 fühlte ich bei mir in der linken Brust einen kleinen Knoten und ging damit zur Frauenärztin. Diese fand dann zusätzlich durch eine Untersuchung des Unterleibes noch ein Geschwür am Eierstock, von dem sie der Meinung war, es müßte sofort operativ entfernt werden. Ich willigte ein, ging ins Krankenhaus und es wurde entfernt. Der Knoten in der Brust wurde punktiert. Beides war gutartig. Ein halbes Jahr später musste ich zur Nachuntersuchung und es wurde ein neues noch größeres Myom am gleichen Eierstock entdeckt, welches ebenfalls operativ entfernt werden sollte. Auch hier willigte ich ein. Ich kam wieder ins Krankenhaus, diesmal auf die Krebsstation. Die OP wurde durchgeführt, auch diesmal war es ein gutartiges Myom .... allerdings wurde gleich der Eierstock mit entfernt.  Ab dem Jahr 2000 hatte sich viel in meinem Leben verändert, unter anderem auch meine "feinstoffliche Wahrnehmungen". Es passierten immer wieder Dinge, die "nicht normal" waren. So war es dann auch nach meiner OP im Krankenhaus. Egal wo ich mich hinbegab, auf mein Zimmer, Aufenthaltsraum, Cafeteria .... es kamen immer wieder Frauen auf mich zu, die mir, ohne dass ich sie danach gefragt hatte, ihre Lebens- / "Krankengeschichte" erzählten. Die meisten von ihnen hatten Krebs - sie teilten mir mit, was sie gerne noch gemacht hätten in ihrem Leben und was sie lieber anders gemacht hätten in der Vergangenheit .... sodaß ich über mein Leben nachdachte....  Das sah folgender Maßen aus : Ich hatte mich vor einem Jahr voll selbstständig gemacht, mit der Restauration und dem Verkauf von Antiquitäten / Möbeln. Ich liebte diese Arbeit von ganzem Herzen und arbeitete deshalb auch rund um die Uhr. Ohne Pause - das Ganze machte mir sehr viel Spaß, aber auch das "Geldverdienen" war ein Muss. Die "Liebe" zu dieser Arbeit war so groß, dass ich mich selbst und auch meine Liebsten, dabei vollkommen vergaß.

Ich wusste, dass diese Menschen im Krankenhaus nicht nur so auf mich zukamen und mir ihre Geschichten erzählten. Es sollte mir etwas sagen und genau darüber machte ich mir noch im Krankenhaus Gedanken.

Wir hatten vor ein paar Monaten einen alten kaputten kleinen Zirkuswagen für unseren Garten gekauft, er sollte als Gartenhaus dienen. Nun kam ich auf die Idee, diesen auszubauen , einen Trecker oder Ähnliches zu kaufen um dann damit in der Welt herumzufahren. Maykel kam mich abends besuchen und ich erzählte ihm von meinem Plan, mein Leben zu verändern. Wir sagten uns dann, dass wir beide nochmal eine Nacht darüber schlafen wollten und unsere Antwort jeweils auf einen Zettel schreiben würden. Diese legten wir dann beide gleichzeitig am nächsten Tag auf meinen  Nachttischschrank am Krankenbett. Es stand zweimal "Ja" drauf.

In Kürze zusammengefasst, bauten wir insgesamt 2 alte Zirkuswagen aus, zogen von 180 m² Wohnfläche (und 300 m² volles Lager) auf ca. 25 m² (roter Wagen). Den kleinen Holzwagen haben wir, bevor wir nach Hemmoor zogen notgedrungen verkauft.

Kleiner Wagen          Kleiner Wagen Innen 
Mein Wagen         MeinWagenInnen

Mir fiel es sehr schwer von all diesen geliebten Dingen und auch von unserem damaligen Wohnort loszulassen, doch ich wußte tief in meinem Inneren, dass dies der richtige Weg war - auch wenn uns die meisten Menschen für vollkommen verrückt erklärt hatten (Familie eingeschlossen).

Und so einfach, wie ich es mir anfangs vorgestellt hatte, war es natürlich nicht. Wir hatten Tiere: 1 Pferd, 2 Ziegen, 3 Hunde und 4 Katzen. Also musste der anfängliche Plan, so korrigiert werden, dass es für alle passte. Wir kamen nicht dazu, in der Welt mit unseren Wagen zu reisen und zu arbeiten, dafür wurde uns ein kleines Haus zur Miete angeboten, mit viel Platz für unsere Tiere. Der neue Ort hieß Hemmoor und hier wohnen wir nach 13 Jahren immer noch. Die Reise ging also nur ca. 25 km weit. Der große rote Wagen wurde noch mehrere Jahre mitbewohnt und wir haben das immer sehr genossen. Es ist ein ganz anderes Leben, man lebt mit sehr wenig und gleichzeitig sehr nah an der Natur.

Alles aufzugeben und hinter sich zu lassen .... für ein Wagnis bei dem einem keiner sagen kann, ob es so klappt, wie man es sich in Gedanken vorstellt .... ist halt ein Wagnis. Aber auch hier kam es auf die innere Einstellung an - und die war von Herzen positiv. Wir sind mit Freude und vor allem auch mit Vorfreude in dieses neue Leben gestartet. Alle Widrigkeiten, die uns dabei im Weg standen .... wurden Stück für Stück beiseite geräumt oder eben "angenommen".

Um wieder auf meine "Krankheit" und die damalige Veränderung zu kommen, es ging für mich darum die "Arbeitswut" in etwas Positiveres zu verwandeln und vor allem mich selbst und mein privates Leben in den Vordergrund zu stellen .... mich selbst so zu lieben, daß mein Körper heilen konnte. Das schaffte ich nur bedingt - für ein paar Jahre. Dann  begann ich mich selbstständig zu machen, mit meiner feinstofflichen Heilarbeit und meiner Kunst. Viele meiner anfänglichen Veränderungen bezüglich des Arbeitsverhaltens, warf ich hierbei wieder über Bord, ohne es zu bemerken. Im Gegenteil, es war noch extremer als zuvor .... ich hörte nicht mehr auf die sehr klaren Zeichen meines Körpers.

Ich versuche jetzt zu erklären, dass zum einen jede "Krankheit" ihren Sinn hat und auch ihren Ursprung. Wir versuchen bei einem Gehirntumor meistens Ursachen im Außen zu finden, z.B. im Handy oder anderer Strahlung die z.B. mit dem Wohnort in Verbindung steht. Das möchte ich alles (zusätzlich) gar nicht ausschließen, doch meiner Meinung nach liegt die Ursache in der jeweiligen Lebensführung. Ich war schon als Kind sehr unruhig und im Zeugnis der 2. Klasse steht, dass ich mich nicht richtig konzentrieren konnte und mir die Ausdauer fehlte. Das zog sich im Grunde durch mein komplettes Leben. Wirkliche innere Ruhe zu erlangen schien einfach nicht möglich.  Gleichzeitig wurde mir in meiner Familie (Bauernhof) auch keine wirkliche Ruhe vorgelebt. Hier gab es keinen Feierabend, kein Wochenende und auch keinen Urlaub. Ich kannte also nichts anderes und spiegelte dies in meiner späteren Arbeitswelt einfach so wieder.

Nichts und Niemand konnte mich von meiner Arbeit abhalten, nicht mal meine epileptischen Anfälle. Erst durch die Diagnose meines Hirntumors und meine anschließende Eigenbehandlung, bin ich für mich in ein anderes , entspannteres Leben gestartet. Allerdings gibt es heute noch Tage, an denen ich merke, wie ich wieder in alte Verhaltensmuster tappe.  Doch ich merke es und ziehe mich dann selbst wieder zurück in die Welt, in der auch mein Körper eine große Rolle spielt.

Ich mache Pausen, Feierabend und  Wochenende .... und der Urlaub kommt auch irgendwann :).  Doch all dies hätte ich nie verändert, wenn mein Tumor bzw. die anschließenden Einschränkungen (durch die OP) mir nicht tagtäglich den Weg gewiesen hätten. Mein Kopfdruck, meine Kopfschmerzen, Wahrnehmungsstörungen und andere körperliche Einschränkungen zeigten mir jeden Tag, welche Dinge mir gut taten und welche nicht. Mein Körper zeigte mir ganz genau, wie ich mein Leben zu verändern hatte, damit es mir in Zukunft besser gehen konnte.

Ich war generell schon mal mindestens 40 Prozent langsamer als vor der OP. Das merkte man sehr stark an meiner Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit, insbesondere im normalen Alltag. Gleichzeitig sah man es mir nicht an (mir fehlte ja kein Arm oder Bein). Meine 11cm lange Narbe am Kopf konnte auch niemand sehen, denn das war ziemlich schnell zugewachsen. Für die Außenwelt machte ich also recht schnell einen normalen gesunden Eindruck. Hier fingen die ersten Veränderungen an, ich musste lernen "NEIN" zu sagen, oder "Das kann ich nicht" bzw. "Das schaffe ich nicht".

Viele Menschen denken, wenn man einen Tumor hat .... und dieser dann entfernt ist, ist alles wieder wie vorher. Doch das dies ein hirneigener Tumor war, wodurch viel Gehirnmasse entfernt wurde, ist den wenigsten bewusst gewesen. Wie auch, wenn man kein Neurologe ist. Wenn ich dann z.B. meine MRT-Bilder zeige, dann ist das Staunen groß, denn es vermuten die Wenigsten, wieviel mir da oben fehlt :).

Meine Konzentrationsfähigkeit war und ist heute noch stark eingeschränkt.
Gerade auch der Kontakt/die Kommunikation mit Menschen (z.B. telefonieren) bedarf Konzentration. Das alles merkt man nicht, wenn man ein vollständiges und normal funktionierendes Gehirn hat. ICH merke dies sehr stark. Stress ist ganz schlecht, emotionale Themen (wie sie z.B. immer wieder in der Familie vorkommen) sind sehr starke Energieverbraucher ....

Ich musste also lernen, all diese Dinge (in meinem "neuen" Leben) für mich irgendwie möglich zu machen. Möglich machen heißt, dass ich an meinen Gefühlen (Ängsten) arbeiten musste und "Kontakte" und Kommunikation nur in bestimmten Rahmen möglich sind. Was letztendlich dazu geführt hat, dass ich sehr zurückgezogen lebe - mir dieses Leben aber "seelisch und körperlich" unendlich gut tut. Dies betrifft auch meine neue Beziehung zur "Arbeit" .... ich musste es immer wieder üben, ohne sie zu leben, oder besser gesagt - sie in einen für mich möglichen Rahmen zu fassen. Ich freue mich heute über jede "Arbeit" die ich ohne Einschränkungen leisten kann, egal ob es im Haushalt, im Garten, in meiner Kunst oder beim "Texteschreiben" ist.



Allein sein müssen ist das Schwerste,

allein sein können das Schönste.


von Hans Krailsheimer




Ich bin mir sicher, daß jeder Hirntumorpatient in seinem Leben wiederholt seine körperlichen und seelischen Grenzen überschritten hat und genau diese Verhaltensweisen sind die Ursache für diese "Krankheit". Eine ständige Überlastung des Gehirns. Nur leider merkt man dieses Fehlverhalten selber
meistens gar nicht und die "Krankheit" nimmt ihren Lauf.

Krebs ist eine Autoimmunerkrankung .... was bedeutet, dass unser Körper sich selbst "angreift". Doch unser Körper ist im Grunde dafür bestimmt, das Gegenteil zu tun. Er ist in der Lage, sich selbst zu heilen und nicht  darauf ausgerichtet sich selbst anzugreifen oder zu zerstören.  Unser Körper gehorcht meistens unserem Geist - die Seele steht leider eher im Hintergrund. Deshalb sollten wir herausfinden, wer wir selbst "als unsere Seele" sind. Wenn wir dann diese seelischen Eigenschaften in den Vordergrund treten lassen, wird das Leben möglich, das wir schon lange hätten leben sollen.

Insgesamt möchte ich damit sagen, dass wir unser Leben so gelebt haben, wie der "Kettenraucher - der an Lungenkrebs erkrankte" .... nur in anderer selbstzerstörender Form, sodaß dabei die "Krankheit" Gehirntumor entstanden ist, denn jeder bekommt die "Krankheit" - aus der er am meisten lernen kann.  Das Leben ist Veränderung und Bewegung - mit Offenheit und Freude an neuen Dingen, bewegt man sich in jedem Alter in die richtige Richtung. Wir können jeden Tag ein kleines Stückchen lernen .... Neues entdecken. Genau dadurch 
muss meiner Meinung nach, diese "Krankheit"  nicht das Ende des Lebens sein - denn wir haben die Chance etwas in unserem Leben zu verändern. Diese Veränderungen dienen dann dafür, in Zukunft ein viel schöneres und intensiveres Leben zu führen, .... mit der Lebensqualität die ihrem Namen alle Ehre macht :).



Wenn wir den Schmerz um jeden Preis vermeiden wollen,
sind wir gezwungen, die Hälfte jener Lektionen abzulehnen,
die das Leben uns beibringen kann.


von Jan Pishok


Antje Eilers Hemmoor - Künstlerin






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